Lymphödem

Das Lymphödem beschreibt eine Störung des Lymphabflusses. In den Arterien fließt  sauerstoffreiches Blut  zu den Organen. Die Venen befördern sauerstoffarmes Blut zum Herzen zurück. Neben diesen beiden Systemen verfügen wir noch über ein drittes, nämlich das Lymphgefäßsystem. Seine Aufgabe ist der Abtransport von Eiweiß und Flüssigkeit, die sich außerhalb des arteriellen und venösen Gefäßsystems, also frei im Gewebe, befinden. Ein Lymphödem entsteht dann, wenn die Transportkapazität des Lymphgefäßsystems nicht mehr ausreicht zum Abtransport der Gewebeflüssigkeit.

Ursächlich kann eine angeborene (primäre) oder erworbene (sekundäre) Störung es Lymphabflusses durch Schädigung des Lymphgefäßsystems sein. Das Lymphödem findet sich bevorzugt an den Extremitäten. Es können aber auch Kopf, Hals, Rumpf und das Abdomen betroffen sein.

In tropischen Ländern herrschen Lymphkrankheiten nach Parasitenbefall vor (z. B. Bilharziose) – man spricht von ca. 120 Millionen Betroffenen. In Europa sind Krebserkrankungen und ihre Folgen (z. B. Entfernung von Lymphknoten und Bestrahlung) die häufigste Ursache. Weitere mögliche Ursachen sind Entzündungen der Lymphgefäße (Erysipele), Venenentzündungen oder chronische Krampfaderleiden. Auch größere Verletzungen und Geschwüre („offenes Bein“) führen zu Lymphabflussstörungen.

Lymphödeme der Beine sind dreimal häufiger als Lymphödeme der Arme. Es kommt zu einer säulenartigen Deformation, z. B. der Unterschenkel. Im Gegensatz zu anderen Ödemen weisen die Zehen eine wulstförmige Deformation auf (Stemmer’sches Zeichen). Es kommt zu einer Verdichtung der Haut. Hautfalten können im Bereich des Vorfußes und der Zehen nicht mehr abgehoben werden.